InnoTrans 2026: Das erwartet Besucher am Mittwoch© Messe Berlin GmbH

InnoTrans 2026: Das erwartet Besucher am Mittwoch

TRAMX BLOG
Von TramX InnoTrans-Team 6 Min. Lesezeit

Nach dem Auftakt am Dienstag geht die InnoTrans 2026 am Mittwoch, 23. September, in ihren zweiten Messetag. Zwischen Weltpremieren, Fachforen, Karriereformaten und geführten Rundgängen wartet ein besonders dichtes Programm. Zu den Höhepunkten gehört eine Live-Demonstration autonomer Straßenbahnbewegungen in Oslo – gesteuert und präsentiert von Berlin aus.

Von 9 bis 18 Uhr öffnen am Mittwoch erneut die Hallen sowie das Frei- und Gleisgelände der InnoTrans. Der zweite Messetag dürfte für viele Besucher besonders interessant werden, denn neben den mehr als 3.100 Ausstellern und zahlreichen Fahrzeugpremieren starten mehrere neue Programmpunkte, die sich gezielt mit Digitalisierung, Automatisierung und der Zukunft des Schienenverkehrs beschäftigen. 

Autonome Straßenbahn in Oslo live aus Berlin

Einer der außergewöhnlichsten Termine findet um 12:30 Uhr am Stand der Europäischen Union in Halle 4.2, Stand 260, statt.

Dort wird im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts R2DATO eine Live-Demonstration autonomer Depotbewegungen gezeigt. Das Besondere: Während die Präsentation in Berlin stattfindet, bewegt sich eine Straßenbahn im Betriebshof Holtet in Oslo ohne Fahrer an Bord. Die Steuerung und Überwachung erfolgt über eine grenzüberschreitende Datenverbindung. 

Damit wird genau jene Technik gezeigt, die derzeit im Osloer Straßenbahnnetz erprobt wird. Ziel ist es zunächst, Rangierfahrten auf Betriebshöfen stärker zu automatisieren. Langfristig untersuchen die Projektpartner aber auch, welche weiteren Funktionen autonom durchgeführt werden könnten.

Sporveien selbst hat für Mittwoch mehrere Demonstrationsfenster angekündigt: 10:00 bis 10:30 Uhr, 12:00 bis 12:30 Uhr sowie 14:00 bis 14:30 Uhr

Gerade für Straßenbahnfreunde dürfte das zu den interessantesten Programmpunkten des Tages gehören.

„AI on Track“ startet

Am Mittwoch beginnt außerdem der neue InnoTrans-Hackathon „AI on Track“.

Vom 23. bis 25. September arbeiten rund 60 bis 80 internationale Entwickler, Start-ups und Branchenexperten gemeinsam an konkreten Herausforderungen aus der Verkehrsbranche. Im Mittelpunkt stehen Anwendungen aus den Bereichen künstliche Intelligenz, Datenanalyse, Betrieb, Infrastruktur und Passenger Experience. 

Statt lediglich über KI zu sprechen, sollen innerhalb weniger Tage funktionierende Konzepte und Prototypen entstehen.

Damit passt der Hackathon gut zu einem der großen Trends der diesjährigen Messe: KI und Automatisierung sind auf der InnoTrans inzwischen nicht mehr nur Zukunftsthemen, sondern finden sich in realen Produkten und Anwendungen.

Zwei große Dialogforen zur Zukunft der Bahn

Auch innerhalb der InnoTrans Convention wird es am Mittwoch interessant.

Von 10 bis 12 Uhr steht im palais.Berlin zunächst das Dialog Forum des Verbands der Bahnindustrie in Deutschland auf dem Programm. Unter dem Titel „Shaping Transformation: Bahntechnik im Abo“ geht es um neue Geschäftsmodelle und die Frage, wie sich die Bahnindustrie organisatorisch und wirtschaftlich weiterentwickeln kann. 

Am Nachmittag folgt von 14 bis 16 Uhr das Forum des Deutschen Verkehrsforums. Thema ist „Wachstum durch Effizienzgewinne – für einen wirtschaftlichen, leistungsstarken und zukunftsfesten Eisenbahnsektor“

Beide Veranstaltungen beschäftigen sich damit letztlich mit einer der zentralen Fragen der Messe: Wie lässt sich neue Technik so einsetzen, dass am Ende nicht nur modernere Fahrzeuge entstehen, sondern auch ein leistungsfähigerer Bahnbetrieb?

Design und Fahrgastkomfort im Mittelpunkt

Wer sich stärker für Innenräume und Fahrgastkomfort interessiert, sollte am Vormittag in den CityCube schauen.

Von 10 bis 12 Uhr findet dort das International Design Forum statt. Unter dem Titel „Holistisch, resilient und nutzerorientiert – branchenübergreifende Strategien für erfolgreiche Innenraumlösungen“ diskutieren Experten darüber, wie zukünftige Fahrzeuginnenräume gestaltet werden können. 

Dabei geht es längst nicht mehr nur um Sitze und Farben. Barrierefreiheit, flexible Nutzungskonzepte, nachhaltige Materialien und ein angenehmes Reiseerlebnis werden für Hersteller und Verkehrsunternehmen zunehmend wichtiger.

Gerade angesichts neuer Fahrzeugkonzepte auf dem Messegelände dürfte sich der Blick auf die Gestaltung der Innenräume lohnen.

World Innovation Tours: gezielt zu den Weltpremieren

Wer sich angesichts der Größe des Messegeländes nicht selbst durch alle Hallen arbeiten möchte, kann am Mittwoch erneut an den World Innovation Tours teilnehmen.

Bereits um 10 Uhr starten Rundgänge zu den Themen Railway Technology, Antrieb und Fahrwerk sowie Outdoor Display und Bus Display. Am Nachmittag um 15 Uhr folgen weitere Touren zu Energie und Elektrotechnik, Public Transport und Interiors sowie Railway Infrastructure und Tunnel Construction. 

Die rund 90-minütigen Rundgänge führen direkt zu ausgewählten Weltpremieren.

Bei insgesamt 180 angekündigten Weltneuheiten ist das durchaus eine Möglichkeit, in relativ kurzer Zeit einen Überblick über besonders interessante Entwicklungen zu bekommen. 

KI und Robotik auf geführten Touren

Auch für zwei der größten Technologietrends gibt es eigene Rundgänge.

Eine AI Tour startet am Mittwoch um 10 Uhr, eine zweite um 15 Uhr. Dabei werden jeweils etwa zehn Aussteller besucht, die Anwendungen rund um künstliche Intelligenz präsentieren. Die Touren dauern rund 90 Minuten. 

Parallel gibt es erstmals auch eigene Robotics Tours. Auch diese beginnen am Mittwoch um 10 Uhr beziehungsweise 15 Uhr und führen zu Unternehmen, die Robotik bereits für Wartung, Inspektion oder andere Anwendungen im Verkehr einsetzen. 

Damit bietet die InnoTrans inzwischen auch für Besucher, die gezielt nach neuen Technologien suchen, ein ziemlich umfangreiches Spezialprogramm.

Nachwuchskräfte pitchen sich selbst

Ein ungewöhnliches Karriereformat wartet am Nachmittag in Halle 21e.

Beim Eurailpress Career Boost stehen einmal nicht die Unternehmen im Mittelpunkt, sondern die Bewerber. Zwischen 14 und 16 Uhr präsentieren sich internationale Nachwuchskräfte jeweils in nur 90 Sekunden vor Personalverantwortlichen der Verkehrsbranche. Anschließend sind direkte Gespräche möglich. 

Zusätzlich finden um 11 Uhr, 13:30 Uhr und 16 Uhr Career Tours statt, bei denen Teilnehmer gezielt zu Unternehmen geführt werden, die auf der Suche nach Nachwuchskräften sind. 

Angesichts des Fachkräftemangels dürfte dieser Bereich für viele Verkehrsunternehmen mindestens genauso wichtig sein wie manche technische Weltpremiere.

Sauberkeit und Catering bekommen eigene Foren

Auch Themen, die auf den ersten Blick weniger spektakulär wirken, aber für Fahrgäste unmittelbar relevant sind, stehen am Mittwoch auf dem Programm.

Von 13 bis 15 Uhr findet im CityCube der Mobility Cleaning Circle statt. Dort treffen sich Vertreter von Verkehrsunternehmen und Reinigungsbranche, um über neue Reinigungskonzepte und nachhaltige Lösungen zu sprechen. 

Direkt anschließend beziehungsweise teilweise parallel läuft von 14 bis 16 Uhr das Hospitality Forum. Dort dreht sich alles um die Zukunft von Bordgastronomie und Catering im Schienenverkehr. 

Gerade im Fernverkehr spielen solche Themen für das Reiseerlebnis eine größere Rolle, als es ein klassischer Technikmesse-Blick zunächst vermuten lässt.

Auch international ist einiges geboten

Von 12 bis 15 Uhr findet im hub27 außerdem der African European Industry Dialogue on Railways statt.

Vertreter afrikanischer Regierungen, Bahnunternehmen und Entwicklungsinstitutionen treffen dort auf Vertreter der europäischen Bahnindustrie. Im Mittelpunkt stehen Investitionen, Infrastrukturprojekte und der Ausbau von Bahnverbindungen auf dem afrikanischen Kontinent. 

Das zeigt einmal mehr, wie international die InnoTrans inzwischen aufgestellt ist.

Ein voller zweiter Messetag

Der Mittwoch dürfte damit zu den programmreichsten Tagen der diesjährigen InnoTrans gehören.

Besonders spannend wird die Mischung aus klassischer Bahnindustrie und neuen Technologien: Während auf dem Gleisgelände weiterhin neue Fahrzeuge zu sehen sind, geht es in den Hallen zunehmend um Software, KI, Robotik und Automatisierung.

Wer nur einen begrenzten Zeitraum auf der Messe verbringen kann, dürfte vor allem die autonome Straßenbahn-Demonstration, die World Innovation Tours sowie die KI- und Robotik-Rundgänge im Blick behalten.

Die InnoTrans öffnet am Mittwoch, 23. September, von 9 bis 18 Uhr.

Und nach dem ersten Messetag dürfte eines bereits feststehen: Auch am Mittwoch wird es schwierig werden, wirklich alles zu sehen. 

Beitrag teilen Teile diesen TramX-Beitrag mit anderen.
WhatsApp Facebook X E-Mail
Autor

TramX InnoTrans-Team

Mehr Beiträge und Geschichten aus der TramX-Redaktion.

Weitere Beiträge ansehen →