Vier Tage voller Fahrzeuge, Weltpremieren und Zukunftstechnologien gehen zu Ende: Am heutigen Freitag, 25. September, öffnet die InnoTrans 2026 zum letzten Mal ihre Tore. Ganz ruhig wird es zum Abschluss allerdings nicht. Mit dem Railway Influencer Festival, der Entscheidung beim KI-Hackathon „AI on Track“, dem University Day, einem Forum zur Cybersicherheit sowie zahlreichen geführten Touren bietet auch der letzte Messetag noch einmal ein umfangreiches Programm.
Um 9 Uhr öffnen heute noch einmal die Hallen und das Frei- und Gleisgelände der InnoTrans. Besucher sollten allerdings beachten, dass der Freitag kürzer ausfällt als die ersten drei Messetage: Bereits um 16 Uhr endet die InnoTrans 2026 offiziell. Unmittelbar danach beginnt der Abbau.
Wer bislang noch nicht alle Wunschfahrzeuge gesehen, eine Weltpremiere verpasst oder bestimmte Hallen ausgelassen hat, sollte sich deshalb nicht zu viel für den Nachmittag aufheben.
Letzte Gelegenheit für 113 Fahrzeuge und 180 Weltpremieren
Auch am letzten Tag bleibt das eigentliche Messegelände natürlich eines der größten Highlights.
Die Jubiläumsausgabe ist die bislang größte InnoTrans: 3.170 Aussteller aus 59 Ländern belegen sämtliche 42 Hallen sowie das Frei- und Gleisgelände. Insgesamt sind 180 Weltpremieren angekündigt. Auf rund 3.500 Metern Gleis stehen außerdem 113 Fahrzeuge aus 17 Ländern.
Damit bietet sich heute noch einmal die Gelegenheit, Fahrzeuge zu besuchen, die im normalen Betrieb teilweise tausende Kilometer voneinander entfernt unterwegs sein werden.
Zu sehen sind unter anderem neue Regional- und Fernverkehrszüge, Metros, Straßen- und Stadtbahnen, Lokomotiven sowie Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Dazu kommen zahlreiche Komponenten und technische Lösungen, die zwar weniger auffällig sind als ein kompletter Zug, den zukünftigen Betrieb aber mindestens ebenso stark prägen könnten.
Ein Schwerpunkt der diesjährigen Messe liegt dabei klar auf Künstlicher Intelligenz, Robotik und Automatisierung. Diese Technologien finden sich nicht nur in Forschungsprojekten, sondern zunehmend in konkreten Produkten für Betrieb, Wartung und Infrastruktur.
Cybersicherheit wird zum Thema des Vormittags
Einer der zentralen Fachtermine beginnt heute um 10 Uhr.
Beim Dialog Forum des Verbands der Bahnindustrie geht es bis 12 Uhr unter der Überschrift „Future proof? Cybersicherheit als Transformationsfaktor – Herausforderungen und Perspektiven für die Bahnindustrie“ um ein Thema, das mit zunehmender Digitalisierung immer wichtiger wird.
Moderne Schienenfahrzeuge sind längst rollende Computersysteme. Zugsteuerung, Diagnose, Fahrgastinformation, digitale Stellwerke und vernetzte Wartung erzeugen immer größere Datenmengen und benötigen gleichzeitig immer mehr Kommunikationsschnittstellen.
Das bringt Vorteile – schafft aber auch neue potenzielle Angriffspunkte.
Cybersicherheit gehört deshalb inzwischen ebenso zur Bahnbranche wie Fahrzeugtechnik oder Infrastruktur. Dass dieses Thema am letzten Tag noch einmal ein eigenes Dialog Forum erhält, passt zu einem der großen Eindrücke der InnoTrans 2026: Digitalisierung ist kein separates Spezialgebiet mehr, sondern zieht sich inzwischen durch nahezu alle Bereiche des Verkehrssystems.
„AI on Track“: Heute fällt die Entscheidung
Spannend wird es heute auch beim erstmals veranstalteten InnoTrans-Hackathon „AI on Track“.
Seit Mittwoch arbeiten mehr als 50 Programmierende aus verschiedenen Ländern an konkreten Herausforderungen aus der Bahn- und Mobilitätsbranche. Die Teilnehmer sollen innerhalb weniger Tage KI-basierte Lösungen und neue Konzepte entwickeln. Am heutigen Abschlusstag werden die besten Ergebnisse gekürt und ausgezeichnet.
Damit endet eines der neuen Formate der diesjährigen Messe.
Das Besondere daran: Während an tausenden Messeständen bereits fertige Produkte präsentiert werden, entstehen beim Hackathon neue Ideen tatsächlich während der InnoTrans.
Das Format passt damit hervorragend zur Entwicklung des AI Mobility Lab, das in Halle 7.1a Unternehmen aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Cybersecurity, Datenschutz, Automatisierung und Robotik zusammenbringt.
Railway Influencer Festival geht in die zweite Runde
Zu den ungewöhnlichsten Höhepunkten des Freitags gehört das Railway Influencer Festival.
Nach seiner Premiere im Jahr 2024 findet das Festival in diesem Jahr zum zweiten Mal statt. Es bringt Content Creator aus der internationalen Bahn- und Mobilitätsszene mit Unternehmen und Vertretern der Verkehrsbranche zusammen. Nach Angaben der Messe hat sich die Zahl der Teilnehmenden gegenüber der ersten Ausgabe verdoppelt.
Im Mittelpunkt stehen nicht nur Networking und Diskussionen, sondern auch die Railway Influencer Awards.
Preise werden in vier Kategorien vergeben: „Best InnoTrans Video“, „Best Brand Video“, „Best Mobility Channel“ und erstmals „Best Urban Mobility Video“. Gerade die neue Kategorie für urbanen Verkehr zeigt, dass Straßenbahn, Bus und städtische Mobilität auch in der digitalen Verkehrsszene stärker in den Mittelpunkt rücken.
Zu den angekündigten internationalen Teilnehmern gehören Creator und Kanäle wie bahnblick, Bahnwelten, Herr Busfahrer, Lasse Stolley, Railcolor, SimplyRailway, The Train Guy und Urban Mobility Explained.
Für Aussteller ist der Zutritt zum Festival allerdings nur auf Einladung möglich.
University Day: Forschung trifft Bahnindustrie
Traditionell gehört der letzte Messetag auch dem Nachwuchs.
Der University Day bringt heute Hochschulen und Universitäten mit der Mobilitätsbranche zusammen. Branchennahe Studiengänge stellen Forschungsprojekte und aktuelle Fallbeispiele vor und diskutieren diese mit Fachbesuchern.
Das passt zum InnoTrans Campus, der während der gesamten Messe Studierende, Auszubildende und Young Professionals mit potenziellen Arbeitgebern zusammenbringt.
Gerade am letzten Messetag richtet sich der Blick damit nicht nur auf neue Fahrzeuge, sondern auch auf diejenigen, die sie in Zukunft entwickeln, betreiben und weiterdenken sollen.
In diesem Jahr werden außerdem zehn Career Awards vergeben. Das Recruiting Lab bringt acht Aussteller zusammen; über die gesamte Messe fanden elf Career Tours zu mehr als 40 Unternehmen statt.
Zwei letzte Career Tours
Auch heute können Nachwuchskräfte noch einmal direkt mit Unternehmen ins Gespräch kommen.
Die letzten beiden Career Tours starten um 11 Uhr und 13 Uhr in Halle 21E. Dabei geht es gezielt zu Ausstellern, die ihre Messestände als Career Point gekennzeichnet haben und über Einstiegsmöglichkeiten und Karrierewege informieren.
Damit bleibt selbst am letzten Messetag noch Gelegenheit, aus einem Messebesuch vielleicht gleich den nächsten beruflichen Schritt entstehen zu lassen.
KI noch einmal aus nächster Nähe
Wer das AI Mobility Lab und die vielen KI-Anwendungen bislang nicht genauer erkundet hat, bekommt heute eine letzte Gelegenheit.
Die beiden AI Tours beginnen um 10 Uhr und 13 Uhr in Halle 7.1a. Die Rundgänge führen jeweils zu etwa zehn Stationen auf dem Messegelände und dauern rund 90 Minuten. Dabei zeigen Aussteller konkrete Innovationen rund um künstliche Intelligenz.
Gerade für Besucher, die nicht jeden einzelnen Stand selbst durchsuchen möchten, bieten diese Führungen einen guten Überblick darüber, wie breit KI inzwischen eingesetzt wird.
Die Anwendungen reichen von Fahrplan- und Betriebsoptimierung über automatisierte Inspektionen bis hin zu Assistenzsystemen, Wartung und Fahrgastangeboten.
Robotik: Zwei letzte Rundgänge
Das Gleiche gilt für die Robotics Tours, die 2026 erstmals Teil des offiziellen Programms sind.
Auch hier gibt es heute noch zwei Termine: um 10 Uhr ab Eingang Süd sowie um 13 Uhr ab CityCube. Rund zehn Stationen zeigen jeweils konkrete Robotikanwendungen aus der Mobilitätsbranche.
Robotik gehört dabei zu den Themen, die auf dieser InnoTrans besonders sichtbar geworden sind.
Roboter können beispielsweise bei Inspektionen und Instandhaltungsarbeiten unterstützen oder repetitive Aufgaben in Werkstätten übernehmen. Bei den Weltpremieren findet sich sogar ein volldigitalisierter Stopfroboter für Arbeiten an der Schieneninfrastruktur.
Die letzten World Innovation Tours
Wer kurz vor Messeschluss noch möglichst viele Weltneuheiten sehen möchte, kann außerdem ein letztes Mal an den World Innovation Tours teilnehmen.
Um 10 Uhr starten Touren zu Railway Technology, Antrieb und Fahrwerk sowie zum Outdoor- und Bus-Display. Um 13 Uhr folgen die Bereiche Energie und Elektrotechnik, Public Transport und Interiors sowie Railway Infrastructure und Tunnel Construction.
Jede Führung umfasst etwa zehn Stationen und dauert rund 90 Minuten.
Gerade die Public Transport / Interiors Tour um 13 Uhr dürfte für Besucher aus dem Straßenbahn- und Nahverkehrsbereich interessant sein. Startpunkt ist der Eingang Süd.
Danach bleiben allerdings nur noch rund eineinhalb Stunden, bis die Messe ihre Tore schließt.
Noch einmal raus auf das Gleisgelände
Wer heute keine feste Veranstaltung besuchen möchte, sollte die letzten Stunden vielleicht einfach für einen ausgedehnten Rundgang nutzen.
Denn kaum irgendwo sonst lassen sich so viele unterschiedliche Schienenfahrzeuge direkt nebeneinander betrachten wie auf der InnoTrans.
Die 113 ausgestellten Fahrzeuge aus 17 Ländern reichen von klassischen Schienenfahrzeugen bis zu neuen Konzepten mit alternativen Antrieben. Dazu kommen internationale Metro- und Nahverkehrsfahrzeuge, die normalerweise nicht ohne Weiteres aus nächster Nähe zu sehen sind.
Gerade am letzten Tag lohnt es sich außerdem, noch einmal bewusst auf die kleineren Details zu achten.
Welche neuen Innenraumkonzepte werden gezeigt? Wie verändern digitale Anzeigen den Fahrgastbereich? Welche Assistenzsysteme stecken in neuen Straßenbahnen und Metros? Wie lösen Hersteller Barrierefreiheit, Klimatisierung oder Energieeinsparung?
Oft sind es genau diese Details, die nach einer großen Messe langfristig im Alltag der Fahrgäste ankommen.
Um 16 Uhr ist Schluss
Anders als an den ersten drei Tagen bleibt für all das heute allerdings weniger Zeit.
Die InnoTrans ist am Freitag, 25. September, von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Danach beginnt unmittelbar der Abbau der Messe.
Damit endet eine besondere Ausgabe.
Zum 30-jährigen Jubiläum hat die InnoTrans mit 3.170 Ausstellern einen neuen Rekord erreicht. Zum Vergleich: Bei der ersten Messe 1996 waren es lediglich 172 Aussteller. Rund 700 Unternehmen nehmen in diesem Jahr sogar erstmals an der InnoTrans teil.
Drei Jahrzehnte später reicht das Spektrum längst weit über klassische Zugtechnik hinaus.
Autonome Straßenbahnen, KI, Robotik, Cybersecurity, alternative Antriebe, neue Metros, Nachtzüge und digitale Mobilitätsangebote haben die vergangenen Tage geprägt.
Ein letztes Mal InnoTrans 2026
Der Freitag ist damit keineswegs nur der Tag, an dem langsam die Koffer gepackt werden.
Mit der Entscheidung beim „AI on Track“-Hackathon, dem Railway Influencer Festival, dem University Day, dem Cybersicherheitsforum und den letzten KI-, Robotik- und Innovationstouren bietet die InnoTrans bis zum Schluss ein volles Programm.
Und wer von all dem nichts mehr sehen möchte, hat immer noch eine sehr gute Alternative:
Noch einmal durch die Hallen gehen. Noch einmal auf das Gleisgelände. Noch einmal in einen Zug einsteigen, den man bisher nur von außen gesehen hat.
Denn um 16 Uhr heißt es endgültig:
Das war die InnoTrans 2026.
Die nächste reguläre InnoTrans in Berlin folgt 2028. Zuvor bekommt die Messefamilie allerdings Zuwachs: Vom 7. bis 9. September 2027 soll erstmals die InnoTrans Asia auf dem Gelände der Singapore Expo stattfinden.

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